Social Media Week in Hamburg (rr op jöck #1.16)

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Wenn man mal einen Moment nicht hinguckt! Was bei der Erziehung des Nachwuchses gilt, verhält sich in puncto Social Media nicht anders. Also startete ich in aller Herrgottsfrühe und nach einer sehr intensiven, beidseitig durchgeführten Schuhsohlenrazzia der Köln-Bonner Flughafensecurity erwartungsfroh in Richtung Hamburg.

Auf der Social Media Week tauschen sich, meiner Beobachtung nach, vorrangig Agenturmitarbeiter, Unternehmensvertreter, neben- und hauptamtliche Social Media Influencer sowie der studentische Nachwuchs über die aktuellen Entwicklungen in den sozialen Medien aus. Der Event findet jedes Jahr gleichzeitig in mehreren Städten statt. Ob die Eventlocations in New York, Jakarta und Lagos allerdings mit dem rockigen Charme der Hamburger Markthalle mithalten können, bezweifle ich stark. Guns N’ Roses, Nirvana, Metallica, AC/DC und U2 haben hier im Laufe der Jahre ihre Spuren hinterlassen.

Die Teilnahme an der Social Media Week ist grundsätzlich kostenlos und nicht nur deshalb zu empfehlen. Womit wir auch schon bei den spannenden Sessions wären. Auf einige Learnings möchte ich an dieser Stelle etwas genauer eingehen.

 

Digitale Markenkommunikation über Visual-Social-Media-Plattformen

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Damit gemeint sind im konkreten Fall die in den vergangenen Jahren rasant gewachsenen Angebote von Instagram, Snapchat und Pinterest. Vor allem Instagram, mit seinen derzeit rund 9 Millionen Nutzern in Deutschland, zeichnet sich durch eine sehr hohe Beteiligungsrate aus – im Vergleich zu Facebook ist sie rund 10 Mal so hoch.

„Don’t sell, tell!“ ist die Maxime der Stunde. Für Corporate Content im Allgemeinen und auf Instagram im Speziellen. Social-Media-Expertin Kristina Kobilke führte in diesem Zusammenhang ein sehr anschauliches Beispiel des amerikanischen Schuhherstellers Danner Boots ins Feld.

Zu Beginn des Instagram-Engagements setzte Danner vor allem seine Produkte in Szene, mit – um es vorwegzunehmen – eher mäßigem Erfolg.

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Heute streut Danner Boots diese Produktbilder nur noch selten ein und setzt stattdessen auf Storys, die die Marke aufladen sollen – entweder selbst inszeniert oder nutzergeneriert.

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Die erstaunliche Entwicklung der Like-Zahlen relativiert sich allerdings ein Stückweit, wenn man bedenkt, dass die Gesamtzahl der Fans – vom Zeitpunkt der zuerst genannten bis zu den aktuellen Beiträgen – ebenfalls deutlich angezogen hat. Nichtsdestotrotz ist der von Danner vollzogene Strategiewechsel typisch für die Entwicklung in Zeiten des Content Marketing.

Ein weiterer für Marken wichtiger Anknüpfungspunkt bei der Erstellung von Social Media Content ist das aktive Bespielen von Trending Topics bzw. Hashtags. Gemeint sind Themenumfelder, in denen sich die Nutzer verstärkt bewegen. Unter dem Hashtag #tbt bzw. #throwbackthursday wurden alleine auf Instagram 350 Millionen Beiträge gepostet, die ein Foto aus längst vergangenen Zeiten – z.B. aus der Kindheit der User – zum Inhalt haben.

Wie Marken das für sich nutzen können, zeigt das Beispiel von General Electric auf Twitter.

Warum Videos im Netz 2016 das große Ding sind

 

Die Session des NDR-Mitarbeiters Teja Adams machte noch einmal eindrücklich klar, dass Videos das Beitragsformat der Zukunft sind. Der Zukunft? Nun ja, wir sind mittendrin. 53 % aller Deutschen zwischen 16 und 34 Jahren konsumieren Bewegtbild, ohne überhaupt das TV-Programm zu nutzen. 50 % geben an, dass sie einfach nichts finden, was sie dazu bewegen könnte, den Fernseher einzuschalten. Sie präferieren stattdessen die Angebote von Amazon Prime, Netflix und YouTube, die sie immer und überall betrachten können.

Bei der Videoproduktion stehen Relevanz, eine überschaubare Filmlänge und der Einsatz von Text-Inserts im Vordergrund. Auch Vertical Videos, also im Smartphone-Hochformat ausgespielte Filme, sind im Kommen. Das liegt zum einen an den immer weiter steigenden Videoabrufzahlen auf Mobiltelefonen (heute geht bereits mehr als die Hälfte der mobil verbrauchten Bandbreite zu Lasten von Video-Content, in 5 Jahren sollen es 75% sein) und populären Angeboten wie Snapchat oder Periscope, die ausschließlich auf Vertical Videos setzen.

Auch für Marken muss es nicht immer hochprofessionell produzierter Content sein, machte Adams mehrfach deutlich. Plattformen wie Snapchat oder Periscope machen das ohnehin unmöglich – ein Handy ist eben keine Cinema-Kamera.

Vom filmischen Anspruch her irgendwo in der Mitte und durchaus zeigenswert: Das TIME Magazine präsentiert die Titelseiten seiner neuen Ausgaben auf Facebook nicht in Form einer Bilddatei…

TIME’s new cover: The war on delicioushttp://ti.me/1NCIbiK

Posted by TIME on Donnerstag, 29. Oktober 2015

So viel erst einmal von mir. Vielen Dank für die tolle Organisation der #smwhh an den Veranstalter und natürlich an die Keynote Speaker. 2017 reise ich mit Verstärkung an.

Unser nächstes „Op Jöck“ gibt es übrigens spätestens im April. Dann zieht es Julia auf das PAGE Seminar zum Thema “Mobile” – wieder einmal nach Hamburg.

Ansprechpartner:

Christian Windeck

Tel.: (0228) 299 753 0
E-mail

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