
Ermüdungsgefahr
Sie finden Christian unsympathisch, seine Beiträge interessieren Sie nicht? Dann geht es Ihnen wie ihm – bezogen auf das, was LinkedIn ihm immer und immer wieder in seinen Feed spült. Egal ob die aktuelle Teilzeitdebatte oder die immergleichen Beiträge zur US‑ oder Klimaschutzpolitik – LinkedIn, er will das alles nicht. Weder in seinem Feed noch sonst irgendwo. Er sagt es der Plattform – nahezu täglich. Aber es interessiert sie nicht.
Auf LinkedIn möchte Christian in erster Linie spannende Beiträge seiner Kontakte sehen, News von Unternehmen oder Organisationen, denen er folgt, und gerne auch Beiträge, die ein cleverer Algorithmus für ihn als „interessant“ einstuft. An diese Cleverness glaubt er allerdings nicht mehr. Entweder ist der LinkedIn‑Algorithmus einfach schlecht oder er versucht, ihn irgendwie „zu erziehen“. Seinen Aluhut hat er zwar gerade nicht auf, aber er kommt ins Nachdenken, wenn er zum 27. Mal melden muss, dass ihn Thema XY nicht interessiert – nur um es einen Tag später fröhlich wieder ausgespielt zu bekommen.
Ihm geht es dabei ausdrücklich nicht um Werbung. Die darf kommen und gehen, wie sie will. Wobei er auch hier jemand ist, der sich die Mühe macht, Werbeanzeigen zurückzumelden, wenn sie ihn nicht interessieren. Wenn schon Werbung, dann bitte passende. Das wiederum klappt auf LinkedIn merkwürdigerweise ganz gut.
War das schon immer so? Er weiß es nicht. Was er aber weiß: Die fehlende Passgenauigkeit der ihm ausgespielten Beiträge hat in den letzten Monaten eine deutliche LinkedIn‑Müdigkeit bei ihm entstehen lassen. Klar postet er ab und zu etwas, aber die Gefahr des Doomscrollings besteht definitiv nicht (mehr) – was ja immerhin auch etwas Gutes hat.
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